Unmittelbar an der Wohnanlage wird die Straßenführung inkl. Straßenbahnen und Fußwege neu gebaut. In meinen Augen ist dies zusammen mit der bereits beschlossenen Fahrbahnerneuerung von der Blücherstraße bis zum Kaufland ein bedeutender Pluspunkt / Wertsteigerung der Wohnung.
Aus der Thüringer Allgemeinen vom 31.07.2025
Mit Höhenweg und Kreisverkehr
Die finalen Entwürfe für die Veränderungen zwischen Wiesenhügel und Herrenberg stehen fest

Erfurt „Was für den Erfurter Norden die Buga war, ist für den Südosten das Modellvorhaben“, ist das starke Statement, mit dem Oberbürgermeister Andreas Horn (CDU) eine Blickrichtung in Sachen „Neue Mitte Südost“ vorgibt. Die Schnittstelle zwischen den vier Ortsteilen Wiesenhügel, Melchendorf, Herrenberg und Windischholzhausen soll durch das stadtplanerische Riesenprojekt zu besagter „Neuen Mitte“ zusammenwachsen. Der finale Entwurf wurde am Montag im Technischen Rathaus vorgestellt.
Der leicht dahingesagte Schlüssel zum Erfolg liegt in einer zentralen Haltestelle, um die herum sich alles Weitere angliedert. So soll ein sogenanntes „Terrassenhaus“ entstehen.
Große Brücke wird die beiden Stadtteile verbinden
Das ist jedoch kein Gebäude im eigentlichen Sinne, sondern eine Schnittstelle von Haltestelle, Wendeltreppe und Höhenbrücke, die ein Café, eine öffentliche Toilette und Verweilmöglichkeiten räumlich ermöglichen soll. In zehn Metern Höhe sollen Fußgänger zwischen Wiesenhügel und Herrenberg wandeln können, auch mit Rollator, Kinderwagen und Fahrrad soll die Verbindung die Wegeführung im Areal erleichtern. Damit steht fest, dass die Brücken der Kranichfelder Straße am Abzweig Wiesenhügel abgerissen werden.
„Die aktuelle Haltestelle Am Wiesenhügel wird von Vielen als Angstraum wahrgenommen. Es ist unübersichtlich und die Zugänge sind nur durch Tunnel und Unterführungen erreichbar“, listet Baudezernent Lars Bredemeier nur einige der Mängel der marode gewordenen Situation auf. Das Terrassenhaus soll transparent sein und Platz zum Verweilen bieten. Sogenannte „Stadtbalkone“ sind hier als Flächen vorgesehen. Das Dach ist laut Gewinnerentwurf der Iproplan Planungsgesellschaft und der Plandrei-Landschaftsarchitekten gleichzeitig eine Art Plateau, von dem aus die Erfurter auf die Altstadtkulisse schauen können.
„Es ist ein Projekt mit hoher Strahlkraft. Hier werden Futuristisches und Stadtgrün beispielhaft miteinander verbunden“, lobt Verena Hubertz (SPD), Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, das Modellvorhaben. Mit 25 Millionen Euro hat die Bundesregierung hier eine Summe beigesteuert, die laut Hubertz in dieser Höhe bisher einmalig sei.
Sind das spektakuläre Terrassenhaus und der Höhenweg sicher die Hingucker des seitens des früheren Stadtentwicklungsdezernenten Tobias Knoblich angestoßenen Projekts, wird sich auch in Sachen Verkehrsführung eine Menge tun.
Radwege soll es entlang der Kranichfelder Straße geben, die sich bis zu einem neuen Kreisverkehr strecken. Dieser soll die Kreuzung der Kranichfelder Straße/Haarbergstraße/Am Wiesenhügel ersetzen und die Situation übersichtlicher gestalten.
Über die geplante Mittelinsel sollen Fußgänger wie Radler sicher von A nach B kommen.
Trotz der detailreichen Planungsskizzen- und Grafiken sind die Veränderungen so einschneidend, dass sie momentan noch kaum vorstellbar scheinen. So werden an der Kranichfelder Straße auch Klettergerüste, Trampoline und ein Basketballfeld mit einer kleinen Tribüne als mögliche Perspektiven in den Raum gestellt. Am Terrassenhaus sind neben Sitzgruppen und Sonnenschirmen sogar Wasserspiele zu sehen, deren Flächen im Winter auch zum Eislaufen genutzt werden könnten.
Baustart im Erfurter Südosten soll 2028 sein
Seit Juli 2024 lief der Wettbewerb um die beste Planung für Erfurts Südosten. Die ersten Bauarbeiten sollen im Jahr 2028 starten. Für die Umsetzung des Großprojekts werden seitens Bund und Land 43,5 Millionen Euro bereitgestellt. Laut aktuellen Berechnungen der Erfurter Stadtverwaltung wird mit Gesamtkosten in Höhe von 81 Millionen Euro gerechnet.
Die Planungen werden in absehbarer Zeit in den Ortsteilen ausgestellt. Am 24. und 25. Oktober soll es eine nächste Bürgerbeteiligungsrunde am Herrenberg geben.